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Was ist der Nutri-Score?
Der Nutri-Score – auch Lebensmittelampel genannt – bewertet Lebensmittel auf Basis ihrer allgemeinen Nährwertzusammensetzung. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern durch diese Nährwertkennzeichnung eine schnelle Orientierung beim Einkauf zu bieten – direkt auf der Verpackung. Der Nutri-Score ist eine leicht verständliche Nährwertkennzeichnung, die Lebensmittel auf Basis ihrer Nährstoffzusammensetzung bewertet. Er wurde entwickelt, um Verbrauchern eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Produkten derselben Kategorie zu ermöglichen.
Das System wird in mehreren EU-Ländern verwendet und beruht auf einer wissenschaftlich fundierten Berechnung. Ziel ist es, gesündere Kaufentscheidungen zu erleichtern und Unternehmen zu motivieren, nährwertoptimierte Produkte anzubieten.
Die Kennzeichnung erfolgt auf einer fünfstufigen Skala:
- A (dunkelgrün): Hohe Nährwertqualität (z. B. Obst, Gemüse, Wasser)
- B (hellgrün): Günstige Nährstoffzusammensetzung (z. B. Joghurt mit wenig Zucker)
- C (gelb): Mittlere Bewertung (z. B. Käse oder Vollkornbrot)
- D (orange): Weniger günstige Produkte (z. B. Wurstwaren oder gesalzene Snacks)
- E (rot): Ungünstige Nährwertzusammensetzung (z. B. Limonaden oder stark verarbeitete Fertiggerichte)
Da der Nutri-Score freiwillig ist, nutzen ihn vor allem Unternehmen, die ihre Produkte transparenter gestalten möchten.
Warum ist der Nutri-Score wichtig?
Der Nutri-Score bietet zahlreiche Vorteile für Verbraucher, Unternehmen und den Handel:
- Erleichtert die Kaufentscheidung – Verbraucher erkennen auf einen Blick, wie gesund ein Produkt ist.
- Bessere Vergleichbarkeit innerhalb von Produktgruppen – Einfaches Ranking ähnlicher Lebensmittel.
- Fördert bewusste Ernährung – Unterstützt Konsumenten dabei, gesündere Optionen zu wählen.
- Steigert Transparenz der Lebensmittelindustrie – Unternehmen können sich durch bessere Nährwertprofile abheben.
- Bietet Wettbewerbsvorteile – Hersteller profitieren von einem positiven Image, wenn ihre Produkte besser bewertet sind.
Während der Nutri-Score eine Orientierung bietet, sollten Verbraucher dennoch Zutatenlisten und Nährwertangaben prüfen, um eine umfassende Einschätzung der Lebensmittelqualität zu erhalten.
Wie wird der Nutri-Score berechnet?
Der Nutri-Score basiert auf einem Punktesystem, das positive und negative Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels berücksichtigt.
Positive Punkte (günstige Inhaltsstoffe):
- Ballaststoffe – Unterstützen die Verdauung und fördern ein längeres Sättigungsgefühl.
- Proteine – Wichtig für Muskelaufbau und Zellfunktionen.
- Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte & Nüsse – Enthalten wertvolle Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Negative Punkte (ungünstige Inhaltsstoffe):
- Energiegehalt (Kalorien) – Ein hoher Kaloriengehalt kann zu einer unausgewogenen Ernährung beitragen.
- Gesättigte Fettsäuren – Können in großen Mengen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
- Zucker – Führt bei übermäßigem Konsum zu Gesundheitsrisiken wie Diabetes oder Übergewicht.
- Salz (Natriumgehalt) – Ein hoher Salzgehalt steht im Zusammenhang mit Bluthochdruck.
Die Gesamtbewertung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Punkte, wodurch das Produkt in eine der fünf Nutri-Score-Kategorien A bis E eingestuft wird.
Praxisbeispiele für den Nutri-Score auf Verpackungen
Der Nutri-Score ist auf vielen Produkten sichtbar und hilft Verbrauchern bei der Einschätzung der Nährwertqualität.
- Müsli & Frühstücksprodukte – Vollkorn-Müsli mit wenig Zucker erhält oft ein A oder B, während gezuckerte Cerealien oft ein C oder D bekommen.
- Milchprodukte – Joghurt mit wenig Fett und Zucker erhält ein B oder C, während gesüßter Fruchtjoghurt eher ein D oder E bekommt.
- Fertiggerichte & Snacks – Tiefkühlpizzen oder Fertigsuppen können je nach Zutaten zwischen B und E variieren.
- Getränke – Wasser oder ungesüßter Tee erhalten ein A, während gesüßte Limonaden meist mit D oder Egekennzeichnet sind.
Hersteller, die ihre Rezepturen anpassen, können ihre Nutri-Score-Bewertung verbessern und somit eine gesündere Produktvariante anbieten.
Nutri-Score & gesetzliche Regelungen
Der Nutri-Score ist derzeit in der EU nicht verpflichtend, wird jedoch von einigen Ländern aktiv gefördert. Frankreich, Belgien, Spanien und Deutschland haben ihn als offizielles Kennzeichnungssystem anerkannt.
- In Deutschland ist der Nutri-Score seit 2020 zugelassen, jedoch auf freiwilliger Basis.
- In Frankreich ist er weit verbreitet, insbesondere bei Eigenmarken des Handels.
- Die Europäische Kommission erwägt eine einheitliche EU-weite Nährwertkennzeichnung, wobei der Nutri-Score eine der favorisierten Optionen ist.
Unternehmen, die ihre Produkte in mehreren europäischen Ländern verkaufen, profitieren von der Einführung des Nutri-Scores, da Verbraucher zunehmend auf transparente Lebensmittelkennzeichnung achten.
Fazit – Der Nutri-Score als Orientierung für gesündere Kaufentscheidungen
Der Nutri-Score bietet Verbrauchern eine einfache, visuelle Einschätzung der Nährwertqualität von Lebensmitteln. Während er keine absoluten Gesundheitsbewertungen liefert, hilft er dabei, ähnliche Produkte besser miteinander zu vergleichen und bewusstere Kaufentscheidungen zu treffen.
Immer mehr Marken setzen auf den Nutri-Score, um ihre Produkte transparenter und verbraucherfreundlicher zu gestalten. Unternehmen, die den Nutri-Score nutzen, können sich positiv von der Konkurrenz abheben und ihre Marktchancen verbessern.
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Oft gestellte Fragen
Nein, die Kennzeichnung ist freiwillig. Einige Unternehmen nutzen ihn aktiv, um Transparenz zu schaffen.
Der Nutri-Score ist eine freiwillige Nährwertkennzeichnung, die mithilfe einer farbigen Lebensmittellampel von A (grün) bis E (rot) Auskunft über die Nährwertqualität eines Lebensmittels gibt.
Nein, die Berechnung basiert auf einer festgelegten Formel und ist für alle Hersteller gleich.