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Was sind Health Claims?
Health Claims sind offizielle Aussagen zu gesundheitlichen Vorteilen eines Lebensmittels oder Nahrungsergänzungsmittels. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn sie von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich geprüft und von der EU-Health-Claims-Verordnung (EG 1924/2006) genehmigt wurden.
Während allgemeine Werbeaussagen wie „gesund“ oder „fit machend“ unzulässig sind, sind konkrete, geprüfte Aussagen erlaubt, beispielsweise:
- „Calcium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.“
- „Vitamin C unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.“
- „Omega-3-Fettsäuren tragen zu einer normalen Herzfunktion bei.“
Diese Angaben sind an Bedingungen geknüpft: Das beworbene Produkt muss die entsprechende Menge des beworbenen Nährstoffs enthalten und der Claim darf nicht irreführend sein.
Warum sind Health Claims wichtig?
Gesundheitsbezogene Aussagen auf Verpackungen bieten Vorteile für Unternehmen und Verbraucher. Richtig eingesetzt, steigern sie den Absatz, sorgen für mehr Transparenz und erleichtern die Orientierung im Markt.
- Verbrauchervertrauen stärken – Wissenschaftlich belegte Health Claims erhöhen die Glaubwürdigkeit eines Produkts.
- Wettbewerbsvorteil schaffen – Produkte mit geprüften Gesundheitsversprechen heben sich von der Konkurrenz ab.
- Erfüllung gesetzlicher Anforderungen – Die korrekte Nutzung vermeidet Abmahnungen und Bußgelder.
- Verbraucher informieren – Health Claims helfen, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.
Allerdings sind Health Claims nur dann wirksam, wenn sie korrekt platziert und verständlich formuliert sind.
Rechtliche Vorgaben für Health Claims
Health Claims unterliegen in der EU strengen Regularien. Die Health-Claims-Verordnung (EG 1924/2006) legt fest, welche Aussagen erlaubt sind.
- Zulassung durch die EFSA – Jeder Claim muss wissenschaftlich geprüft und genehmigt sein.
- Nachweisbare Wirkung – Produkte müssen ausreichend Nährstoffe enthalten, um den Claim zu rechtfertigen.
- Keine irreführenden Aussagen – Begriffe, wie „heilt“, „verhindert Krankheiten“ oder „verlängert das Leben“ sind verboten.
- Verknüpfung mit Nährwertangaben – Manche Claims dürfen nur verwendet werden, wenn das Produkt auch eine nährwertbezogene Angabe enthält.
Unternehmen, die Health Claims verwenden, müssen sicherstellen, dass sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Verstöße können hohe Bußgelder oder Verkaufsverbote zur Folge haben.
Praxisbeispiele für erlaubte Health Claims
Nicht jeder gesundheitsbezogene Claim ist zulässig. Hier sind einige Beispiele für genehmigte Aussagen:
- „Vitamin D trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei.“
- „Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.“
- „Ballaststoffe aus Weizen tragen zur Erhöhung des Stuhlvolumens bei.“
Zudem müssen Hersteller sicherstellen, dass die beworbenen Nährstoffe in einer für den Körper verwertbaren Form vorliegen.
Health Claims in der Praxis – Worauf Unternehmen achten sollten
Damit Health Claims effektiv genutzt werden, müssen sie strategisch in das Verpackungsdesign eingebunden werden.
- Richtige Platzierung: Der Claim sollte gut sichtbar auf der Verpackung sein, z. B. auf der Vorderseite oder in direkter Nähe zur Zutatenliste.
- Eindeutige Formulierung: Aussagen müssen klar und verständlich sein, ohne medizinische Versprechen zu suggerieren.
- Abgleich mit der EFSA-Datenbank: Vor der Nutzung sollte geprüft werden, ob der Claim offiziell zugelassen ist.
- Kombination mit weiteren Angaben: Ergänzende Infos in der Nährwerttabelle oder ein QR-Code mit wissenschaftlichen Nachweisen erhöhen die Glaubwürdigkeit.
- Unterscheidung von Werbeaussagen: Begriffe wie „super gesund“ oder „macht schlank“ sind unzulässig und können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ein gut platzierter und rechtskonformer Health Claim kann ein wirksames Marketinginstrument sein, um die Wahrnehmung eines Produkts positiv zu beeinflussen.
Fazit – Health Claims als wirksames, aber reguliertes Marketinginstrument
Health Claims bieten Unternehmen die Möglichkeit, Produkte gezielt zu positionieren und Verbrauchervertrauen zu gewinnen. Allerdings sind sie nur dann zulässig, wenn sie wissenschaftlich belegt und von der EFSA genehmigt sind.
Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle gesundheitsbezogenen Angaben korrekt formuliert, gut sichtbar platziert und rechtlich abgesichert sind. Eine strategische Nutzung von Health Claims kann den Absatz steigern – aber nur, wenn alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.
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Oft gestellte Fragen
Nein, nur von der EFSA genehmigte und wissenschaftlich geprüfte Claims dürfen verwendet werden.
Irreführende oder nicht zugelassene Aussagen können zu Abmahnungen, Bußgeldern oder Verkaufsverboten führen.
Durch die Nutzung zugelassener Formulierungen gemäß den EFSA-Vorgaben und eine gut sichtbare Platzierung.